Montag, 21. September 2009
Was für eine Woche oder waren es Zwei?
Nach der schönen Zeit in meinem Gartenreich (davon werde ich später mal berichten) ging es zurück zu meinem Hauptsitz. Ich wollte mich da wieder richtig einrichten und meine Forschungen fortsetzen. Leider kam es ganz anders. Ich sollte ganz dringend einen Auftrag im Hause Mundt annehmen. Eigentlich kam das für mich etwas plötzlich, aber was soll es. Wenn die Pflicht ruft, dann muss man dem Ruf halt folgen. Nun hieß es wieder mit dem Auto fahren - wie ich das hasse...
Glücklicherweise war die Fahrt nicht viel länger, als die zu meinem Gartenreich. Familie Mundt erwartete mich schon und ich unternahm als Erstes eine Inspektion der Örtlichkeiten. Nachdem ich festgelegt hatte, wo mein Fressen und Trinken stehen sollte und den günstigsten Platz für mein Klo gefunden hatte, entließ ich Herrchen und Frauchen, nicht ohne zu versprechen, dass ich den Auftrag erledigen werde.
Die Woche gestaltete sich erfreulich. Die Zweibeiner versorgten mich sehr gut und ich konnte ihnen einiges über Katzen im Allgemeinen und adlige Katzen im Besonderen beibringen. Ich zeigte, wie man Wäsche über der Badewanne richtig aufhängt und was man mit der Tagesdecke auf dem Bett alles machen kann. Na, wie gesagt, die Woche verging wie im Fluge und ich wurde wieder von Herrchen und Frauchen abgeholt.
Ich beschloß aber, ihnen zu zeigen, dass es nicht in Ordnung ist, mich mit Auftägen zu versorgen, ohne vorher mein zustimmendes Miau einzuholen - ich ignorierte sie.
Um ehrlich zu sein, ich hielt es aber nicht lange aus - mir fehlte das Schmusen mit den Beiden doch sehr. Und so war recht schnell alles wieder gut. Ich ahnte ja nicht, was für eine aufregende Woche mir noch bevorstand. Davon beim nächsten Mal.
Donnerstag, 10. September 2009
ab jetzt hinterlasse ich hier meine Tatzen
So, nun wird es langsam Zeit, dass ich meinen ersten Bericht erstatte. Damit der geneigte Leser weiß, mit wem er es zu tun hat, werde ich mich zunächst einmal vorstellen:
In meiner Geburtsurkunde steht – Chakotey von Anyuak -, geboren wurde ich am 14. Oktober 2008 in Altenburg. In meiner Familie ist es üblich, dass man mit etwa 12 Wochen in die Welt hinaus geht und sich ein Aufgabenfeld sucht. Meine Aufgabe besteht darin, in Berlin bei Familie Krischewski das Leben zu erkunden.
Angekommen bin ich am 10. Januar 2009. Mein Personal aus Thüringen hat mich persönlich zu meinem neuen Betätigungsgebiet gebracht. Hier habe ich mir den Decknamen „Leo“ zugelegt und bin nun als Leo Krischewski bekannt. Mein erster Eindruck war etwas zwiespältig. Viele neue Gerüche und alles war anders als gewohnt, aber in meiner Familie gibt es keine Angsthasen und Jammerlappen, schließlich gilt auch für mich der Spruch „Adel verpflichtet“. Das neue Personal hatte sich Mühe gegeben, mir einen standesgemäßen Empfang zu bereiten. Es gibt einen riesigen Kratzbaum, damals war es für mich nicht so einfach da herauf zu kommen, inzwischen ist das ein Kinderspiel. Mehrere kuschelige Plätze, Spielzeug und ein Katzenklo habe ich auch gleich entdeckt. Auf Nachfrage – heftiges Mauzen, denn ich hatte Hunger – wurde mir auch gezeigt, wo ich speisen kann. Mein erster Eindruck war – es ist alles angemessen und ich konnte ich mein Thüringer Personal huldvoll entlassen und die Ausbildung meines neuen Personals beginnen. Nennen tun sich die beiden Herrchen und Frauchen (die glauben ernsthaft, dass sie das sind – hahaha), also tue ich ihnen den Gefallen und gebe vor, sie als solche anzuerkennen. Man muss diplomatisch sein.
Bereits am folgenden Tag begann ich mit Veränderungen. Das Katzenklo neben meinem Kratzbaum fand ich nicht so schön, also veranlasste ich Herrchen, einen neuen Platz zu suchen. Gemeinsam entschieden wir uns für das Bad und damit ich jederzeit Zugang habe, hat er ein Loch in die Tür geschnitten. Das hat große Vorteile für mich. So kann ich immer kontrollieren, was die Zweibeiner machen, wenn sie hinter dieser Tür verschwinden und mir auch dort meine Streicheleinheiten holen, wenn mir danach ist. Wenn mein Personal nachts aus dem geschlossenen Raum kommt und ins Bad geht, bin ich sofort zur Stelle, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist. Und in Ordnung ist alles, wenn ich meine Schmuseeinheiten auch dann bekomme, wenn mein Personal auf der Personaltoilette eigentlich mit anderen Dingen beschäftigt ist. Ich habe beobachtet, dass die Zweibeiner nach dem Toilettengang nicht scharren, sondern einen Knopf drücken und dann macht es Krach. Meine Versuche nachzusehen, was dann dort geschieht, waren bisher leider erfolglos. Die Zweibeiner haben mich daran gehindert. Sie klappen immer ganz schnell den Deckel zu – verstehe ich nicht. Aber das werde ich noch auskundschaften.
Ich habe noch eine Menge Arbeit vor mir, bis ich mein Personal richtig erzogen habe. Aber mehr beim nächsten Mal.
Samstag, 22. August 2009
Bäume sind super
Einen unbeobachteten Moment hat er genutzt, um in den großen Nußbaum vor der Terrasse zu springen. Leider setzte die Leine Grenzen in Sachen Beweglichkeit. Als wir bemerkten, was passiert war, kamen wir nicht mehr an ihn ran. Es gelang lediglich von der Leiter aus, die Leine abzumachen. Das war das Signal. Nun konnte sich Leo richtig bewegen. Er ging erst einmal noch höher.
Wir beobachteten ihn aufmerksam. Man kann ja nie wissen, was in so einem kleinen Kopf vor sich geht. Aber er war sehr vorsichtig. Leo ist doch ein echter Kletterkünstler. Nach einer Weile haben wir es aber dann doch vorgezogen, ihn wieder runter zu locken. Das gelang dann schließlich auch mit seinen heißgeliebten Leckerli.
Jetzt war Leo aber auf den Geschmack gekommen. Als nächstes kontrollierte er die Hecke und siehe da, auch hier gibt es Bäume, also nix wie rauf da.
Diesmal war es wesentlich schwieriger, ihn da wieder raus zu holen. Die Leine war total verheddert und Leo saß fest. Also lange Leine ab, kurze Leine ran und erst einmal Leo sichergestellt. Anschließend hat Herrchen die lange Leine mühselig aus der Hecke gerettet.
Sicher war das nicht die letzte "Klettertour", aber wir werden die Sache weiter beobachten.
Leo war erst einmal geschafft und hat ein Mittagsschläfchen gehalten.